Frühjahrsputz im Unternehmen in 5 Schritten – Noch immer Schritt 3 - Produktivitätsbremse Führungskraft?

Das klingt vielleicht hart, aber lesen Sie ruhig weiter. Seit Jahren zeigen zahlreiche Untersuchungen, dass Unternehmen weltweit erhebliche Produktivitätsreserven haben. Diese Tatsache ist allgemein bekannt. Häufig wird argumentiert, dass technologische Entwicklungen notwendig seien, um die Produktivität zu steigern. Die Lösung liege also in Investitionen in Maschinen, Geräte und IT-Systeme – so die verbreitete Annahme.

 

Doch eine umfangreiche Studie der Unternehmensberatung Proudfoot, die sich auf Produktivitätssteigerungen spezialisiert hat, kam zu zwei aufschlussreichen Ergebnissen:

  1. Mindestens die Hälfte der Produktivitätsreserven lassen sich durch einfache organisatorische Maßnahmen, gezieltere Schulungen und eine effizientere Führung heben. Diese "Low-Hanging-Fruits" der Führung erfordern keine großen Investitionen. Bereits im ersten Jahr lassen sich durch ihre Umsetzung erhebliche Einsparungen erzielen. Diese können dann in technologische Lösungen fließen, um die verbleibenden 50 % der Reserven zu mobilisieren.
  2. Die größte Produktivitätsbremse sind die Führungskräfte selbst. Sie behindern ihre Mitarbeitenden oft ungewollt, indem sie:
  •  zu wenig Wert auf Ausbildung und Training legen,
  • Kommunikationshürden schaffen,
  • ihre Mitarbeitenden ineffizient einsetzen,
  • schlecht durchdachte Prozesse durchsetzen.

Besonders bemerkenswert: In der Befragung von mehreren hundert Führungskräften wurde schlechte Führung als die Hauptursache für mangelnde Produktivität genannt – von den Führungskräften selbst!

 

Ungenutzte Potenziale: Handeln!

In jedem Unternehmen schlummern ungenutzte Produktivitätsreserven. Zeit und Arbeitskraft werden vergeudet. Das Unternehmen arbeitet langsam und seine Wettbewerbsfähigkeit wird geschmälert. Es braucht keine Raketenwissenschaft, um diese Reserven zu erkennen und zu nutzen – man muss es einfach tun!

 

Welche Schritte sind sinnvoll?

 

Jeder der oben genannten Punkte bietet konkrete Ansatzmöglichkeiten zur Verbesserung. Viele Maßnahmen kosten gar nichts. Wie die Studie von Proudfoot zeigt, reicht es häufig aus, die internen "Hausaufgaben" zu erledigen, bevor überhaupt größere Investitionen erforderlich sind. Oft genügt es, ein "Schmerzthema" gezielt anzugehen, um einen Knoten zu lösen – der Rest folgt oft in einer positiven Kettenreaktion.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels lohnt es sich, die vorhandenen Mitarbeitenden besser einzusetzen. Nach dem Motto: "Gekocht wird mit dem, was da ist" lassen sich oft erstaunliche Fortschritte erzielen. Entscheidend ist dabei das Wollen. Sobald dieses vorhanden ist, entwickelt sich häufig eine positive Dynamik, mit der kaum jemand gerechnet hätte.


Eine Frage der Robustheit

 

Wie steht es um Ihre Mitarbeitenden und Partner:innen? Haben sie die passenden Werkzeuge? Sind sie ausreichend geschult? Funktionieren die Abläufe reibungslos? Wird klar und verständlich kommuniziert?